Die Inhalte der Saltex

TECHNISCHE TEXTILIEN AUF DEM VORMARSCH

Weltweit nimmt der Einsatz technischer Textilien, vor allem Smart Textiles und faserverstärkte Kunststoffe, weiter zu. Der globale Markt für technische Textilien wird derzeit auf 127 Mrd. US$ geschätzt – mit anhaltend hohem Wachstumspotenzial. Technische Textilien stellen weltweit 27 Prozentder textilen Flächenproduktion. In Deutschland und Österreich liegt dieser Anteil bereits bei 50 Prozent.


SMART TEXTILES: ELEKTRONIK UND TEXTIL VERSCHMELZEN ZU NEUEN SPANNENDEN HIGHTECH-MÖGLICHKEITEN

In den letzten 15 Jahren haben sich Textilien mit integrierten elektronischen Komponenten zu einem Megatrend entwickelt. Diese Smart, Intelligent oder Interactive Textiles haben sensorische und aktuatorische Eigenschaften. Sie können Daten übertragen, Impulse setzen, kommunizieren, heizen, kühlen oder beleuchten. Sie reagieren auf die Außenwelt, verändern Farbe und Struktur, geben Wirkstoffe ab, erzeugen Energie oder bieten Schutz vor mechanischen, chemischen oder physikalischen Einwirkungen. Kurzum: Sie denken mit! Smart Textiles sind in den unterschiedlichsten Bereichen zu finden: vom Militär über die Raumfahrt, Automotive, Architektur bis zu Medizin oder Schutzbekleidung. Leitfähige Garne und Fasern, bei denen Textil und Elektronik miteinander verschmelzen, verschaffen den Wearables gerade einen neuen Hype. Sie erleben ihren Durchbruch in Freizeit, Sport und Fitness. Außerdem finden Sensoren aus anderen Industriebereichen Eingang in tragbare textile Produkte. Sie eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten. Self-Tracking und Body-Mapping sind angesagt. Laut NanoMarkets soll das Marktvolumen von Smart Clothing bis 2021 auf 1,8 Mrd. US-Dollar ansteigen.* Der Innovations-Transfer erfolgt aber auch seitens der Textilindustrie: Die traditionelle Stickereitechnik avanciert zur Hightech-Industrie und ist maßgeblich an der Entwicklung textiler Batterien beteiligt.

* NanoMarkets: Smart Clothing Markets: Opportunities for Sensors and Smart Materials 2014


LEICHTBAU ALS QUERSCHNITTS- TECHNOLOGIE DER ZUKUNFT

Textiler Leichtbau ist mehr als nur ein neuer Werkstoff, nämlich eine Engineering-Philosophie: Bei gleichbleibender Funktionalität eines Produkts Gewicht einsparen, Kosten reduzieren und die Belastung der Umwelt durch geringere CO2-Emissonen und Recycling auf ein Minimum zurückfahren. Hier stehen Energie- und nachhaltige Ressourceneffizienz ganz oben auf der Agenda. Ganzheitlich optimierte Leichtbaulösungen sind für viele Branchen ein entscheidender Vorteil im globalen Wettbewerb. Leichtbau wird daher die Zukunft der Industrienationen ganz erheblich mitgestalten. In prägenden Märkten wie Luft- und Raumfahrt, Automotive, Gütertransport, Maschinenbau, oder Medizintechnik stellt Leichtbau eine Querschnittstechnologie dar. Besonders erfolgversprechend in den kommenden Jahren sind Faserverbundkunststoffe wie GFK und CFK sowie der hybride Leichtbau. Faserverstärkte Kunststoffe sind 40 Prozent leichter als Aluminium und 80 Prozent leichter als Stahl. Auch Naturfasern wie Hanf, Flachs oder Baumwolle kommen bei den Biocomposites als Verstärkung zum Einsatz.



AUTOMATISIERUNG IST DER SCHLÜSSEL

Faserverbundwerkstoffe werden noch immer überwiegend in Einzelfertigung hergestellt. Die daraus resultierenden zu hohen Produktionskosten verhindern momentan noch den entscheidenden Durchbruch. Der Schlüssel für eine Kostensenkung und damit die gewünschte Marktdurchdringung sind großseriengerechte Verarbeitungs- und Automatisierungstechnologien. Große Chancen liegen in der Bündelung des bestehenden Know-hows aus der textilen Wertschöpfungskette mit den Verfahrenstechniken aus dem Anlagen- und Werkzeugbau.


STARKER STANDORT VORARLBERG – TREFFPUNKT DER INNOVATIVEN

Textil war in Vorarlberg immer schon ein zentrales Thema. Seit den 70er Jahren hat sich im Zuge der Globalisierung sehr viel verändert. Aber die Unternehmen der Euregio Bodensee haben die Weichen neu gestellt: Vorarlberg gilt immer noch als das viertgrößte Stickereizentrum der Welt. Das der Universität Innsbruck angegliederte Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn findet mit der Stiftungsprofessur „Advanced Manufacturing“ internationale Anerkennung. Forschungsschwerpunkte sind: flexible technische Textilien, Leichtbaustrukturen, textilverstärkte Verbundstoffe, Sensoren, textile Elektroden. Der ideale Standort für ein innovatives Messekonzept wie die SALTEX!